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Gegenanzeigen – wann du nicht meditieren solltest.

Zu Risiken und Nebenwirkungen: Warum Meditation nicht immer das geeignete Mittel ist. 

 

Ich lese immer wieder, dass Meditation in allen möglichen Lebenslagen helfen, ja quasi schon Wunder verbringen soll.

Zugegebenermaßen, die regelmäßige Praxis von Meditations- und Achtsamkeitsübungen bewirkt schon ziemlich viel. Sie wirken auf eine sanfte Art und Weise und gleichzeitig sehr tiefgreifend. Und dieser Umstand führt allerdings auch dazu, dass es Ausnahmesituationen gibt, in denen du nicht oder nur unter bestimmten Voraussetzungen meditieren solltest.

 

Denn Meditationen haben auch Nebenwirkungen.

 

Gegenanzeigen – psychische Herausforderungen

Eine Hörerin meines Podcasts MINDFUL MINUTES hat mich neulich angeschrieben. Sie hätte Bedenken zu meditieren, weil sie Angst vor dem hätte, was da in ihr aufkommen könnte.

Da Meditation auf den verschiedensten Ebenen wirkt, können wir tatsächlich nicht sagen, was es letztendlich bei jedem Einzelnen macht und welche Erfahrungen er in seiner Praxis sammeln wird. Meditation ist dann kein Problem, wenn du fest im Leben stehst, eine gewisse Art von Resilienz mitbringst, beziehungsweise eine gesunde Art und Weise, auch mit negativen Erfahrungen und Emotionen umzugehen. Und wenn du dann noch den sozialen Rückhalt hast, dann spricht in der Regel wirklich nichts gegen eine Praxis.

 

Gegenanzeigen – psychische Probleme bis hin zu Krankheiten

Es gibt allerdings Ausnahmesituationen, die sehr viel tiefgreifender sind und daher auch ernst genommen werden müssen.

Ich habe einmal in einer Stunde eine geführte Meditation gemacht, in der die Teilnehmer innerlich eine Treppe nach unten gehen sollten, um mit jedem Schritt etwas zu erreichen. Leider saß in meinem Kurs jemand, der mit der Erinnerung fertig werden musste, dass er vor ein paar Jahren den Nachbarn tot erhängt im Keller gefunden hatte. Und seitdem litt er unter Panikattacken und Angstzuständen, in die meine Meditation ihn wieder reingeführt hatte.

 

Psychische Erkrankungen müssen ernst genommen werden, wenn wir uns mit unserem Geist beschäftigen wollen.

 

Solltest du unter einer psychischen Erkrankung leiden, psychotische Symptome oder auch ein belastendes Suchtproblem haben, dann ist es notwendig, die Aufarbeitung mit Hilfe von Meditation nur in Verbindung mit einem erfahrenen Therapeuten zu tun.

 

Studien belegen es – die Kombination ist heilsam

Das ist nicht nur das, was ich gemacht habe, und was mir so sehr geholfen hat, heute fest im Leben zu stehen. Nein, auch Studien belegen das. Diese zeigen unter anderem, dass zum Beispiel Achtsamkeitsübungen bei Betroffenen von chronischen depressiven Zuständen gute Ergebnisse liefern, um sich von tief verankerten, destruktiven Denk- und Verhaltensmustern zu befreien.*

Solltest du also befürchten, dass deine Meditationspraxis bei dir auch einen Schaden anrichten könnte, rate ich dir dazu, dir Hilfe und Unterstützung zu suchen, zum Beispiel in Form einer Therapie.  Und dann kann die Kombination aus Beidem – Meditation und nennen wir es mal Austausch und Gespräch mit jemand anderem – total heilsam sein.

 

Über mich – Der Selbstversuch

In mir kamen zum Beispiel immer mal wieder unangenehme Gefühle beim Meditieren auf. Ich habe am Anfang ziemlich schnell gemerkt, dass ich in gewisse Teile meines Körpers gar nicht spüren konnte. Diese Bereiche waren total fest und jedes Mal, wenn ich daran wollte, kam ein Gefühl der Übelkeit in mir auf. Heute weiß ich, vor welchen Erinnerungen mein Körper mich da schützen wollte und es war gut, dass ich damit nicht alleine war. 

Gemeinsam mit meiner Therapeutin haben ich mich voran gewagt, es untersucht, und in Kombination von Meditation und Therapie schließlich auflösen können.

 

Emotionen, Gedanken und Erinnerungen, die mir Angst gemacht hatten, waren bei ihr gut aufgehoben.

 

Und das brauchst du auch. Den Rückhalt von jemandem, der weiß, wie du damit umgehen kannst. 

 

Also… Meditieren unter allen Umständen? Nein… 

 

 

*https://link.springer.com/article/10.1023/B:COTR.0000045557.15923.96

*https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1002/jts.21832

 

 

 


 

Profilbild

 

   Dani arbeitet seit Jahren mit Menschen, die sich selbst in irgend einer Art und Weise verloren haben und wieder neu spüren wollen. Sie unterrichtet Yoga und Meditation und arbeitet als Trainerin im Bereich Stressmanagement. Dabei spielt nicht nur ihr wissenschaftlicher Hintergrund eine besondere Rolle, der ihr bei der Herangehensweise an  

diese Themen sehr wichtig ist. Sie setzt auch das um, was sie auf ihrem eigenen Weg erfahren durfte. Authentizität, in die Stille gehen und Persönlichkeitsentwicklung sind dabei ihre Hauptanliegen. Sich dem Leben voll und ganz stellen, auch wenn wir ihm manchmal gerne den Rücken zukehren wollen. 

 

 

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Dani

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